Klettern im Naturpark Südschwarzwald

Einzigartige Felsen und interessante Kletterrouten

Seilschaft in der Kandel-Westwand
Seilschaft in der Kandel-Westwand © Heiko Wiening (DAV)

Der südliche Schwarzwald ist ein lebendiges und vielseitiges Klettergebiet mit einzigartigen Felsen und vielen interessanten Kletterrouten. Im Schlüchttal findet man sogar einige Routen, die den 10. Schwierigkeitsgrad erreichen. Die Felslandschaft bietet beste Voraussetzungen für intensive sportliche Herausforderungen und nachhaltige Erlebnisse in der Natur.

Naturverträgliches Klettern

Zahlreiche Felsen des Südschwarzwaldes sind heute jedoch für den Klettersport gesperrt, z. B. das gesamte Höllental, die Feldseefelsen und der Scharfenstein im Münstertal. Die für das Klettern freigegebenen Felsen wurden in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit durch Kletterer der IG Klettern Südschwarzwald, der DAV Sektionen und einiger lokaler Klettervereine auf den heute üblichen Absicherungsstandard gebracht. Die Zustiegswege wurden saniert, Abseilmöglichkeiten und Umlenkpunkte eingerichtet und Infotafeln über Klettern und Naturschutz aufgestellt. So ist heute eine naturverträgliche Ausübung des Klettersportes möglich. Die Koordination der Gebietsbetreuung im südlichen Schwarzwald wird durch den Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AKN) Südschwarzwald geleistet.

Gneis, Granit und Granitporphyr

Die meisten Kletterfelsen im Naturpark Südschwarzwald bestehen aus Gneisen (z. B. Todtnauer Klettergarten), an- oder aufgeschmolzenen Anatexiten (z. B. Gfällfelsen) und Migmatiten. Ein großes Granitvorkommen ist das Triberger Granitmassiv mit rund 175 km² Fläche (Teufelsfelsen bei Triberg). Im Gebiet finden sich auch Kletterfelsen aus Granitporphyr (Windbergfelsen, Schwedenfelsen). Das rötliche Gestein zeigt besonders große Einsprenglinge aus Feldspat in feinkörniger Grundmasse und ist beim Vulkanismus als granitisches Magma an der Erdoberfläche erstarrt.

Klettern und Naturschutz

Felsen bieten sportliche Herausforderungen und intensive Naturerlebnisse. Natursportler haben aber auch eine besondere Verantwortung im Umgang mit der Natur.

Wir bitten alle Kletterer, sich in der Natur und an den Felsbiotopen rücksichtsvoll zu verhalten und die Kletterregelungen einzuhalten!

Die wichtigsten "Goldenen Regeln" zum naturverträglichen Klettern lauten:

  • Felsköpfe möglichst nicht betreten
  • Temporäre Sperrungen (z. B. zum Vogelschutz) respektieren
  • Bewachsene Felsbereiche meiden und Vegetation am Felsfuß schonen
  • Angelegte Zustiegswege nicht verlassen
  • Nur zugelassene Parkplätze nutzen oder mit ÖPNV anreisen

Eine prägnante Darstellung dieser "Goldenen Regeln" finden Sie auch auf der Seite des DAV in der Broschüre "Zu Gast in den Felsen".

Klettergebietsinformationen

Genauere Beschreibungen der Klettergebiete im Südschwarzwald finden Sie auf folgenden Websites. Dort stehen Ihnen Informationen zur Felshöhe, zum Gestein, zur Anzahl der Touren, Absicherung, Kletterregelung, zu den Schwierigkeitsgraden sowie zur Anreise, wo möglich auch mit ÖPNV, zur Verfügung:

IG Klettern Südschwarzwald

DAV-Felsinfo

Sehr zu empfehlen sind auch die im Handel erhältlichen Kletterführer, die Sie auf dieser Seite in der Infobox "Informationen II" aufgeführt finden.

Zustieg zum Windbergfels
Zustieg zum Windbergfels über Sankt Blasien

Bergwacht Schwarzwald

Logo Bergwacht

Hilfe bei Notfällen in der Natur

Notruf 112

Weitere Infos auf der Website der Bergwacht Schwarzwald.


Informationen I

Broschüre

Deckblatt Broschüre

Broschüre „Klettern im Naturpark Südschwarzwald“ als PDF herunterladen.

DAV

Logo DAV

Weiterführende Informationen zum Thema Klettern erhalten Sie beim Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins e.V.

Informationen II

Aktuelles

Aktuelle Informationen wie Felssperrungen (z. B. aufgrund von Brutzeiten), Hinweise auf Waldbrandgefahr etc. sollten vor jeder Klettertour eingeholt werden!

Diese finden Sie auf folgenden Seiten:

Landesverband Baden-Württemberg des DAV

IG Klettern Südschwarzwald

Literatur

  • Kletterführer Schwarzwald Süd. 2. Auflage 2014, 344 S., Panico Alpinverlag.
  • Schwarzwald Rock. Katja und Stefan Wagenhals. 2010, 256 S., Lobo-edition.
  • Kletterführer Schlüchttal. Wolfram Liebich. 2. Aufl. 2007, 48 S., Eigenverlag.
  • Klettern im Dreiländereck. Christian Frick. 2. Aufl. 2001, 288 S., Eigenverlag Philipp Schweizer.

Klettergebiete im Naturpark Südschwarzwald

Sortieren nach:

  •  Altvogelbachfels

    Etwas schattiger, eher anspruchsvoller Kletterfelsen am Hochblauen bei Badenweiler.

    79410 Badenweiler
    ca. 30 Routen
    15 bis 40 m Routen-Länge
  •  Gfällfelsen (Räuberfelsen)

    Das "Gfäll" ist neben dem Schlüchttal das größte und beliebteste Klettergebiet im Südschwarzwald. Die bis zu 70 m hohen Felsen liegen hoch über dem Tal,...

    79254 Oberried
    über 100 Routen
    10-100 m Routen-Länge
  •  Kandelfelsen

    Der Kandel ist mit 1.242 m eine der höchsten Erhebungen des Schwarzwaldes. Der Kandelfels liegt am Westhang des Kandelmassivs auf etwa 1.000 Meter über NN. Der Gipfel...

    79183 Waldkirch
    ca. 50 Routen
    15-40 m Routen-Länge
  •  Kostgfäll

    Drei Kletterfelsen bei Haslach-Simonswald in ruhiger Lage. Großer und kleiner Fels bieten sehr schöne Kletterei, die unterhalb gelegene Flechtenwand wird seltener...

    79263 Haslach-Simonswald
    ca. 35 Routen
    10 bis 30 m Routen-Länge
  •  Scheibenfelsen

    Die Scheibenfelsen oder "Zastler", wie die Kletterer sagen, sind ein großes Felsmassiv im Zastler-Tal mit teilweise über 100 m Wandhöhe. Geklettert werden...

    79254 Oberried-Zastler
    ca. 25 Routen
    bis 30 m Routen-Länge
  •  Schlüchttal

    Das wilde, tief eingeschnittene Schlüchttal weist eine grandiose Felslandschaft mit bis zu 100 m hohen Felsen und ausgedehnten Blockhalden auf. Die vielseitigen...

    79777 Ühlingen-Birkendorf (Witznau)
    ca. 200 Routen
    bis 60 m Routen-Länge
  •  Teufelsfelsen

    Der Teufelsfelsen liegt am Südhang des Haubergs nahe der kleine Ortschaft Gremmelsbach bei Triberg.

    78098 Triberg-Gremmelsbach
    ca. 25 Routen
    bis 50 m Routen-Länge
  •  Todtnau Klingelefels

    Der Klingelefelsen liegt oberhalb des martialischen Kriegerdenkmals von Todtnau. Man sieht dieses bei der Anfahrt bereits von weitem. Beim Klettern kann der Lärm der...

    79674 Todtnau
    ca. 15 Routen
    bis 22 m Routen-Länge
  •  Todtnau Schwimmbadfels

    Die Schwimmbadfelsen liegen, wie der Name schon sagt, direkt oberhalb des Freibads von Todtnau. Man sieht sie bei der Anfahrt bereits von weitem, so daß sie fast...

    79674 Todtnau
    ca. 70 Routen
    8 bis 20 m Routen-Länge
  •  Wasserschloßfluh und Erikafels

    Die Felsen (Erikafelsen und Wasserschloßfluh) liegen am steilen Hang des Albtals direkt nördlich von Albbruck unterhalb der Straße durchs Albtal. 

    79774 Albbruck
    ca. 100 Routen
    bis 35 m Routen-Länge
  •  Windbergfels - BIS AUF WEITERES GESPERRT

    Der Windbergfels liegt oberhalb von St. Blasien an einem sonnigen Südhang. Zahlreiche leichtere Routen, der bequeme Zugang und die große ebene Fläche vor der Felswand...

    79837 St. Blasien
    ca. 50 Routen
    5 bis 30 m Routen-Länge

Lebensraum Fels

Die Felsen im Schwarzwald sind waldfreie Biotope mit extremen Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Sie zeichnen sich durch hohe tages- und jahreszeitliche Temperaturgegensätze, geringe Bodenauflage, Wassermangel, Nährstoffarmut, steiles Relief und große Standortvielfalt auf kleinem Raum aus. Die inselartige Verteilung und der natürliche Zustand machen die Felsen der Mittelgebirge zu wertvollen „Urbiotopen“ in einer ansonsten stark vom Menschen geprägten und veränderten Kulturlandschaft.

Flora

Die steinigen Lebensräume werden von Algen, Flechten, Moosen, Farnen, Kräutern und Gräsern besiedelt. In den Spalten der Felsen wachsen z. B. Nordischer Streifenfarn, Zwergglockenblume und Felsenbirne, in Blockhalden der Roter Fingerhut.

Fauna

Unter den Vögeln findet man z. B. Brutvögel wie den Wanderfalken und den Kolkraben. An Felsen und felsigen Hängen finden beispielsweise die ungiftige Schlingnatter oder die seltenere und gut kletternde Mauereidechse geeignete Lebensräume. Auch verschiedene Säugetiere leben an den Felsen, wie Fledermäuse, Siebenschläfer und Steinmarder. Die im Südschwarzwald weit verbreiteten Gämsen wurden hingegen ausgesetzt - ohne den Menschen wären diese Hochgebirgstiere hier wohl kaum ansässig geworden.

Wenn Sie noch mehr über Felsen und Blockhalden im Südschwarzwald erfahren möchten, besuchen Sie unsere Seite "Felsen und Blockhalden".

Roter Fingerhut in Blockhalde

Roter Fingerhut in Blockhalde © Heiko Wiening (DAV)



Junge Wanderfalken im Horst

Junge Wanderfalken im Horst © Manfred Burchard (AKN Südschwarzwald)

Impressionen vom Klettern im Südschwarzwald