Haus der Natur wird mit fünf neuen Ausstellungselementen noch attraktiver

Feldberg – Der Themenbereich Wirtschaft und Sommertourismus in der Ausstellung des Hauses der Natur wurde komplett neu gestaltet und ist jetzt vollständig dreisprachig angelegt. Am Montag, 3. August 2015, wurden dieses überarbeitete Ausstellungssegment sowie vier weitere neue Einzelmodule der Öffentlichkeit vorgestellt.

Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, begrüßte die Gäste der kleinen Eröffnungsfeier im Haus der Natur. "Das Flaggschiff im Bereich der Umweltbildung sowie der Vermittlung von Schwarzwälder Tradition und Kultur wird für Einheimische und Gäste aus nah und fern noch attraktiver. Mit neuen und grundlegend überarbeiteten Ausstellungselementen wollen wir unsere Besucher auf charmante und einprägsame Weise ansprechen und für das Besondere im Südschwarzwald begeistern.“

Komplett überarbeitet und neu gestaltet wurden die Themenfelder „Wirtschaft und Sommertourismus im Naturpark Südschwarzwald“. Anhand eindrücklicher Beispiele können die Besucher den Schwarzwald im Wandel der Zeit nachvollziehen und dürfen dazu selber Hand anlegen. Faszinierende Bildpaare „Früher – heute“ zeigen den Wandel, der sich durch den touristischen Einfluss über die Jahrzehnte im Landschaftsbild, in der Architektur und auch in der Lebensweise der Menschen vollzogen hat. In 3D-Guckis gewähren die drei Schwarzwälder Traditionsunternehmen IMS Gear, Zahoransky und Schluchseewerk AG Einblicke in ihre Produktionshallen, und historische Aufnahmen vermitteln einen Eindruck von den Anfängen und den früheren Arbeitsbedingungen. Unter der Überschrift „Gute Aussichten“ kann der Besucher nachvollziehen, wie aus der winterlichen Heimarbeit auf den Höfen zum Teil Weltunternehmen entstanden sind. Ob sportlich ambitionierter Wanderer oder eher Genießer: Im Bereich „Sommertourismus“ liefert eine Tourenbibliothek Anregungen für den nächsten Ausflug im Naturpark. Highlight ist sicher das Radmodul, bei dem die Besucher entweder gemütlich die traumhaften Landschaften des Naturparks „erfahren“ können oder als Mountainbiker sportlich ambitioniert gegen die Zeit fahren – als wären sie selber draußen unterwegs. Dies ist hier aber auch für mobilitätseingeschränkte Besucher möglich, denn das Fahrrad ist barrierefrei gestaltet und lässt sich über eine Handkurbel betätigen.

Vier weitere neue Elemente erweitern darüber hinaus das Angebot der Dauerausstellung im Haus der Natur:

Der neue „Klimazeitraffer“ macht die gravierenden Unterschiede zwischen dem rauen Klima am höchsten Schwarzwaldgipfel und dem warmen Rheintal nachvollziehbar. Per Handkurbel kann man zeitgleich vier Standorte in verschiedener Höhenlage im Naturpark betrachten und durch die Jahreszeiten sausen. Und dann wird schnell deutlich, dass unten schon alles grünt und blüht, während oben am „Höchsten“ auch im Juni noch Schneereste liegen. Sehr unterhaltsame Filme mit Feldberg-Ranger Achim Laber heben die Besonderheiten des Feldberg-Klimas noch deutlicher hervor. So führt nicht nur die im späten Frühjahr bei Feldberg-Bewohnern besonders beliebte Frage der Talbewohner „Na, hänner noch Schnee?“ zur explosionsartigen Auflösung des Fragenden, sondern auch die Vorteile der frischen Höhenluft werden gebührend gewürdigt.

Das Element wurde vom Naturpark Südschwarzwald gefördert und darüber hinaus großzügig von der Stiftung Natur und Umwelt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) unterstützt. Die Filme wurden in bewährter Weise von Dirk Adam aus Freiburg gedreht, die aufwändige Technik stammt von Thomas Egenhofer, einem früheren Zivildienstleistenden des Naturschutzzentrums.

Ein riesiger Mammut-Stoßzahn ist der neueste Blickfang im Segment „Eiszeit“ und vermittelt eindrücklich die Größe dieser Urzeittiere, die es während der letzten Vereisung auch im Schwarzwald gab. Neu gestaltet in diesem Bereich wurde auch ein Pultbuch, das mit kurzen Texten und aussagekräftigen Fotos über die mannigfaltigen Spuren der Eiszeit im Südschwarzwald informiert.

Ein zweites, ebenfalls komplett neu gestaltetes Pultbuch zeigt besondere Pflanzen und Tiere der Region um Feldberg, Belchen und oberes Wiesental und macht deutlich, welche Ziele das zwischen 2002 und 2012 in dieser Region durchgeführte Naturschutz-Großprojekt des Bundes verfolgte.

Wie bereits das 2014 neu eröffnete Segment „Geschichte“ sind alle jetzt neu gestalteten Bereiche komplett dreisprachig angelegt. Neben den deutschen Infotexten geben leicht gekürzte Zusammenfassungen auch englisch- oder französischsprachigen Gästen die Möglichkeit, die Ausstellungsinhalte zu erleben. „Mit dieser Maßnahme kommen wir dem Ziel, die gesamte Ausstellung im Haus der Natur dreisprachig anzubieten und damit auch für unsere ausländischen Gäste ein attraktives Angebot zu entwickeln, einen großen Schritt näher“, freut sich Stefan Büchner, der Leiter des Naturschutzzentrums.

Möglich wurden diese Erneuerungen nicht nur aufgrund der Förderung der Projekte durch den Naturpark Südschwarzwald. Auch zahlreiche Firmen und Privatpersonen steuerten Gewerke oder Informationen bei: Das Design der neuen Ausstellungswände wurde von der designconcepts GmbH (Furtwangen) erarbeitet. Das Fahrradmodul wurde von der designconcepts GmbH in Zusammenarbeit mit dem Büro für Brauchbarkeit (Köln) entwickelt, Realisierung und Umbau der Wände führte die Firma Schwer Formgebung (ebenfalls Furtwangen) aus. Nicht zuletzt sorgte die Ü-Werk GmbH für die Übersetzungen der deutschen Texte ins Englische und Französische.