Mitteilung von Do. 24. August 2017 - 09.54

Allergiegefahr durch Beifuß-Ambrosie – Blütezeit hat begonnen

Die Hauptblütezeit der hoch allergieauslösenden Pflanze hat nun begonnen und reicht bis in den späten Herbst. Die Beifuß-Ambrosie ist am einfachsten zu erkennen, wenn sie blüht.

Durch die Zunahme der Ambrosia-Bestände erwarten Allergologen einen Anstieg der Allergikerzahl im Land: Dabei gelten blühende Bestände im Siedlungsbereich als besonders problematisch, denn bei Kontakt mit der Beifuß-Ambrosie können Heuschnupfen-Symptome auftreten. Zudem können Ambrosia-Allergiker Asthma entwickeln. Auch Menschen, die sonst nicht allergisch auf Pollen reagieren, können eine Allergie entwickeln. Spätestens während der Blütezeit muss daher eine Bekämpfung erfolgen, um die Samenbildung und damit eine weitere Ausbreitung der aus Nordamerika eingewanderten Pflanze einzudämmen.

Die negativen Auswirkungen der Beifuß-Ambrosie sind jedoch auch nicht ausschließlich gesundheitlicher Art. Sie kann als Konkurrenzpflanze auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu hohen Ertragsverlusten führen. Besonders konkurrenzkräftig ist sie in Kulturen, die im Frühjahr ausgesät werden, wie Mais, Sonnenblumen, Lupinen, Erbsen, Ackerbohnen, Soja, Gemüsekulturen, Zuckerrüben und Hafer. 

Verbreitungsgebiete in Baden-Württemberg

Die Verbreitungsschwerpunkte der Beifuß-Ambrosie liegen in Baden-Württemberg in Höhenlagen bis 500 m ü. NN. Zu nennen ist die Oberrhein-Ebene mit den Räumen Freiburg und Kehl sowie die Region zwischen Karlsruhe und Mannheim. Stärker betroffen ist auch das Umland von Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Nachweishäufungen ergaben sich unter anderem in den Regionen Hochrhein-Bodensee (Kreis Konstanz) und Bodensee-Oberschwaben (Kreis Ravensburg). 

Entlang von Straßen breiten sich die Ambrosia-Samen besonders gut aus, da sie durch die Luftwirbel der Kraftfahrzeuge leicht verfrachtet und von Mähmaschinen verschleppt werden. 

Am häufigsten ist die allergene Pflanze auf Ruderalflächen und Agrarflächen sowie an Straßen und Grünflächen vertreten. Darüber hinaus besiedelt die Beifuß-Ambrosie relativ häufig Erddeponien, Baustellengelände, Wildäcker, Waldwege und Waldränder sowie Gärten. Auch in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten wurde die Pflanze schon nachgewiesen.

Appell an die Bevölkerung

Gartenbesitzer sollen vor allem Vogelfütterungsstellen im Auge behalten, da ungewollt mit dem Vogelfutter eingeschleppte Ambrosia-Samen auch noch nach vielen Jahren keimen können. Es wird empfohlen, aufgefundene Pflanzen mit der Wurzel auszureißen. Dabei muss ein direkter Hautkontakt durch Anlegen von Handschuhen und gegebenenfalls von Schutzkleidung unbedingt vermieden werden. Bei der Entfernung blühender Pflanzen wird Augen- und Atemschutz dringend empfohlen. Allergiker sollten nicht selbst Hand anlegen. Ganz wichtig: Die Entsorgung der Pflanze muss über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll erfolgen, da die Samen ansonsten nicht zerstört werden. 

Bitte melden

Das Auftreten des Gewächses sollte außerdem der LUBW (E-Mail: Ambrosia [at] lubw [dot] bwl [dot] de) gemeldet werden. Da die Beifuß-Ambrosie oft mit anderen Pflanzen verwechselt wird, ist die Übermittlung eines Fotos wichtig. Darüber hinaus benötigt die LUBW Größe und Anzahl der Pflanzen sowie genaue Fundortangaben. Ein Meldeformular kann über die LUBW-Webseite„Bestände melden“ heruntergeladen werden.

Das unkomplizierte Melden von vor Ort ist mit einer Funktion der kostenlosen „Meine Umwelt“-App möglich (www.umwelt-bw.de/meine-umwelt). Mit dem Smartphone oder Tablet kann das Vorkommen fotografiert, das Foto hochgeladen und mit Angaben zum Standort an die LUBW gemeldet werden.

Meine Umwelt-App kann gratis für die Betriebssysteme Android bei Google Play, iOS im Apple Store und für Windows Phone 8 im Windows Phone Store heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen und Flyer stehen auf folgenden Webseiten zur Verfügung:

Rückfragen

LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
Pressestelle
Griesbachstraße 1
76185 Karlsruhe
Tel. 0721/5600-1387
Fax: 0721/5600-1324
E-Mail: pressestelle [at] lubw [dot] bwl [dot] de
Web: www.lubw.baden-wuerttemberg.de

Meldung vom 24.08.2017.