Waldkauz

Der Waldkauz (Strix aluco) ist Europas häufigster Eulenvogel. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa bis nach Südostasien. Er wird etwa 41 cm groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. In Baden-Württemberg kommt der Waldkauz von der Rheinebene bis in den Hochschwarzwald nahezu überall vor. Gemieden werden von ihm nur großflächig ausgeräumte Landwirtschaftsflächen und unbewaldete Hochlagen. Der bevorzugte Lebensraum des Waldkauzes sind reich strukturierte Waldbestände, in denen Alt- und Totholz ebenso vorkommen wie Unterwuchs und Lichtungen. In reinen Nadelholzbeständen fühlt er sich nicht wohl. Wenn er keine andere Wahl hat, weicht der Waldkauz dort meist an den Waldrand aus. Hier betreibt er Ansitzjagd oder unternimmt kurze Pirschflüge. Seine Beute besteht zu großen Teilen aus Kleinsäugern wie Mäusen oder Ratten. Er ist jedoch auch ein sehr geschickter Vogeljäger, was ihm bei geschlossener Schneedecke im Winter zum Vorteil gereicht. Bei gutem Nahrungsangebot kann der Waldkauz sogar einen Vorrat für schlechte Zeiten in seiner Bruthöhle anlegen. Der aufmerksame Naturfreund kann im Januar und Februar in windstillen Nächten den Paarungsruf der Männchen hören. Hat sich ein Waldkauzmännchen dann mit einem Weibchen gepaart, bleiben sie für den Rest ihres Lebens zusammen und teilen sich ihr gemeinsames Revier.

Waldkauz - Vogel des Jahres 2017 (Foto: VDN/Fritz Bosch)