Rothirsch

Der Rothirsch (Cervus elaphus) gehört zur Familie der Hirsche und ist Deutschlands häufigste Hirschart mit derzeit etwa 220.000 Exemplaren. Weibchen (Hirschkuh) und Männchen (Hirsch) fasst man unter dem Begriff Rotwild zusammen. Nicht verwechselt werden darf das Rotwild mit dem Reh. Auch bei den Rehen gibt es Männchen (Rehböcke) und Weibchen(Ricken), das Reh ist also nicht die Frau vom Hirsch.

Der Rothirsch kann etwa 20 Jahre alt werden, wiegt im Schnitt 160-250 kg und ist 1,5m hoch und 2,5m lang. Die Hirschkuh ist etwa ein Viertel bis ein Drittel leichter als der Hirsch. Das Fell ist im Sommer rotbraun und im Winter graubraun.

Das Nahrungsspektrum des Rotwildes reicht von Gräsern, Kräutern und Trieben über Knospen und Blätter, bis zu Feld- und Baumfrüchten. Durch das Schälen und den Verbiss von Bäumen können im Wald kleine Biotope entstehen, jedoch steigt durch das Verletzen der Rinde auch das Risiko, dass der Baum von einem Pilz befallen wird.

Das Geweih dient dem Hirsch zur Verteidigung, für den Kampf um das Paarungsvorrecht oder einfach zum Imponieren. Rothirsche verlieren das Geweih zwischen Februar und April. Das Geweih benötigt etwa 140 Tage, um komplett nachzuwachsen.

Das Rotwild lebt meist in Rudeln, welche außerhalb der Brunftzeit (ab Anfang September, Dauer ca. 5-6 Wochen) aus reinen Weibchen- oder Männchen-Rudeln bestehen. Die Kälber werden von Mai bis Juni geboren und werden etwa 10 Monate lang gesäugt. Die weiblichen Kälber schließen sich danach oft dem Rudel ihrer Mutter an. Die Hirsche leben vor allem im Frühjahr und im Sommer in Hirschrudeln.

Eigentlich ist das Rotwild ein Bewohner halboffener bis offener Landschaften. Heutzutage wird das Rotwild jedoch durch den Mensch in den Wald zurückgedrängt. Im Schwarzwald liegt die Rotwilddichte bei etwa 40-70 Stück per 1000 ha Waldlebensraum (Stand 2015). Im Südschwarzwald gibt es ein 17.500 ha großes ausgewiesenes Rotwildgebiet, davon sind etwa 14.000 ha Wald. Es befindet sich etwa südöstlich des Feldberges, rund um den Schluchsee und damit mitten im Naturpark Südschwarzwald. Einen Link auf die Karte des Rotwildgebietes finden Sie hier.

Erst im Juni 2016 wurde das Projekt „Standwild“ vom Naturschutzzentrum Südschwarzwald ins Leben gerufen. Hierfür werden im Südschwarzwald etwa 40 metallene Hirschfiguren aufgestellt, welche Aufmerksamkeit für den Rothirsch wecken sollen.

Rothirsch während der Brunft (Foto: VDN/A. H.)