Kiemenfußkrebs

Der Kiemenfußkrebs (Tanymastix lacunae) ist ein „lebendes Fossil“ und eine Rarität im Eichener See bei Schopfheim, weswegen der See seit 1983 unter Naturschutz steht. Dieser etwa 2 cm lange Krebs hat eine weißliche Farbe und wurde 1911 von zwei Schweizer Zoologen im Eichener See entdeckt.
Er lebte schon mit den Dinosauriern zusammen und ist jetzt noch in fischfreien Kleingewässern, Überschwemmungstümpeln oder staunassen Senken und Gräben zu finden. Der Name „Kiemenfußkrebs“ kommt daher, weil er an seinen Ruderfüßen seine Kiemen hat. D.h. einerseits atmet er durch seine Beine, andererseits strudelt er mit ihnen das Plankton in den Mund. Die Eier der Krebse, von denen ein Weibchen bis zu 17.000 legen kann, nehmen eine lebenswichtige Rolle ein. Sie können 2-3 Trockenperioden überleben. Zusätzlich können sie dem Verdauungstrakt ihrer Feinde wie dem der Ente oder des Wasservogels standhalten. Über den Kot gelangen die Eier in neue Lebensräume, um dort ihren Lebenszyklus fortzusetzen.
Diese Eigenschaft ist absolut notwendig, um in temporären Gewässern wie dem Eichener See zu überleben.

Der Eichener See ist ein nur zeitweise erscheinender Karstsee. Er liegt in einer Mulde (Muschelkalk-Karstwanne) und führt nur bei hohem Grundwasserstand Wasser. Er hat keinen oberirdischen Zufluss, der Abfluss erfolgt teilweise unterirdisch, teilweise durch Verdunstung.

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