KLIMOPASS

Herausforderung Klimawandel

Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Aber nicht nur in anderen Ländern, sondern auch in Baden-Württemberg ist er am Anstieg der Lufttemperatur, am früheren Beginn der Vegetationsperiode und an veränderten Niederschlagsverteilungen erkennbar. In wissenschaftlichen Studien wurden die Auswirkungen dieser Klimaveränderungen für das Land in den letzten Jahren ermittelt und mögliche Anpassungsstrategien beschrieben.

Für die Region des Südschwarzwalds ist zu erwarten, dass der Klimawandel gravierende Änderungen für die Landschaft und die Landnutzung, für den Naturschutz und auch für den Tourismus mit sich bringen wird.

Im Mai 2010 wurde vom Ministerrat das Forschungsprogramm "Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg (KLIMOPASS)" beschlossen. Das Programm hat zum Ziel, den Klimawandel mit seinen Folgen sowie die Möglichkeiten für Anpassungsmaßnahmen für Baden-Württemberg dauerhaft und ressortübergreifend im Rahmen von jährlich vergebenen Projekten zu untersuchen. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms „KLIMOPASS“ des Umweltministeriums Baden-Württemberg gefördert und vom Naturpark Südschwarzwald und der Freiburger Firma UNIQUE durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg.

KLIMOPASS I

Im Projekt "Landschaft im Klimawandel - Anpassungsstrategien für den Südschwarzwald" wurden Klimaanpassungsstrategien in der Landwirtschaft entwickelt. Untersucht wurde die Frage nach der Beeinflussung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und den Handlungsoptionen zum Umgang mit dem Klimawandel.

Es wurden sechs landwirtschaftliche Betriebstypen nach unterschiedlichen Höhenlagen und Betriebsstrukturen ausgewählt: vom Mutterkuhhalter mit bedeutendem Waldbesitz auf 1.000 m Meereshöhe über den Milchproduzenten im Vollerwerb bis zum landwirtschaftlichen Betrieb mit Obstbau in der Vorbergzone.

Als Ergebnis der Untersuchung (Bearbeitungszeitraum: Oktober 2014 bis März 2016) konnten für die sechs Testbetriebe u. a. flächenscharfe Karten entwickelt werden, aus denen hervorgeht, ob die jeweilige Acker- oder Wiesenfläche bzw. das Waldstück im Zuge des Klimawandels voraussichtlich eher Probleme bekommen oder von der Klimaveränderung profitieren wird. Es wird den Betrieben empfohlen, sich schon heute darauf einzustellen und ihre Betriebsstrukturen darauf auszurichten.

Den Abschlussbericht zum KLIMOPASS I finden Sie hier als PDF-Download (4 MB).

KLIMOPASS II

Das Folgeprojekt (Laufzeit: 2017 bis August 2018) beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf naturschutzfachlich wichtige Flächen. Hier werden aktuell die Klimaeinflüsse auf regional wichtige Grünland- und Waldschutzgebiete im Südschwarzwald untersucht. 

Status (März 2018)

Anhand konkreter FFH-Lebensraumtypflächen, Interviews mit Bewirtschaftern und unter Einbeziehung von diversen Experten und eines Fachbeirats werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf naturschutzrelevante land- und Waldschutzgebiete untersucht. Regional wichtige, durch den Klimawandel zum Teil stark gefährdete FFH-Lebensraumtypen wurden ausgewählt: Buchen- und Nadelwälder der Hochlagen des Schwarzwalds, artenreiche Borstgrasrasen und Bergmähwiesen sowie die so genannten trockenen Heiden. Die Analyseergebnisse werden kartografisch in verschiedenen Gefährdungsklassen dargestellt. Daraus wiederum werden mögliche Zukunftsszenarien entwickelt. Der Klimawandel wird jedoch nicht ausschließlich als Bedrohung verstanden: Mit den Ergebnissen soll ein Denken in neuen Landschaften und Nutzungsmöglichkeiten angestoßen werden.

Ende Juli 2018 liegen die Ergebnisse des Projektes vor. Eine Abschlussveranstaltung ist für November vorgesehen.