Vorderwälder und Hinterwälder Rind

Zwei alte Haustierrassen vor dem Aussterben bewahren

Hinterwälder Rinder
Hinterwälder Rinder

Im Südschwarzwald dominiert seit den Anfängen der Besiedlung vor etwa 1000 Jahren die Milch- und Fleischwirtschaft. Ursprünglich aus der Region sind zwei lokale Rinderrassen, das Vorderwälder und das Hinterwälder Rind. Das sogenannte "Wäldervieh" wurde bereits 1544 erwähnt. Schon damals wurde zwischen einer größeren Rasse (den sogenannten  "Vorderwäldern") und einer kleineren Rasse (den sogenannten "Hinterwäldern") unterschieden. Beide wurden als sog. Zweinutzungsrind für Fleisch- und Milchgewinnung gehalten.

Urproduzenten der guten Schwarzwaldmilch

Typische Schwarzwälder Produkte aus Kuhmilch, wie Butter, Quark oder Käse, stammten ursprünglich von diesen Rinderrassen. Außerdem ist der Südschwarzwald seit langem bekannt für das sehr schmackhafte und hochwertige Fleisch der Wälderrinder.

Die "Wälderrinder" sind ein Stück Heimat im Südschwarzwald

Die Landschaft wurde von ihnen geprägt. Die berühmten Weidbuchen z. B. am Belchen und Schauinsland sind nachweislich durch die Beweidung mit Hinterwäldern entstanden. Große Naturschutz- und FFH-Gebiete im Zuchtgebiet sind das Ergebnis einer Jahrhunderte alten, naturnahen Bewirtschaftung mit Vorder- und Hinterwäldern.
Heute stehen beide Rassen sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland.

Die SWR-Sendung "natürlich!" hat am 10.01.2017 einen Beitrag zum Thema "Hinterwälder Rinder" erstellt (verfügbar bis Januar 2018):

Erzeugergemeinschaft Junges Weiderind

Die Erzeugergemeinschaft "Junges Weiderind" besteht seit 1993 und ist eine aktive Gemeinschaft von Landwirten, die die Flächen nach den Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschaften. Sie verzichten auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel und setzen bei der Aufzucht der Tiere keinerlei Wachstumsförderer ein. Das bedeutet, dass die Bio-Bauern und -Bäuerinnen ihre Flächen möglichst energie- und rohstoffsparend bewirtschaften. Als Öko-Betriebe werden sie durch staatlich anerkannte Kontrollstellen regelmäßig überprüft. Die Erzeugergemeinschaft besteht aus Haupt-, Zu- und Nebenerwerbslandwirten aus dem Landkreis Waldshut und einigen Produzenten aus den angrenzenden Regionen (Raum Freiburg, Offenburg und Hochschwarzwald).

Alle Informationen sowie die teilnehmenden Höfe finden Sie unter www.junges-weiderind.de.

Auf Du und Du mit der Schwarzwaldkuh

Wer einmal dabei sein möchte, wenn die Kühe gemolken, gefüttert oder auf die Weide getrieben werden und wer das Leben auf einem Bauernhof kennenlernen möchte, der findet unter www.schwarzwaldkuh.de Bauernhöfe im Naturpark Südschwarzwald, auf denen Sie bei einem Urlaub all dies erleben können.

  • Wäldervieh

Vorderwälder Rind

Zwei Vorderwälder Rinder

Das Vorderwälder Rind oder auch einfach nur "Vorderwälder" genannt, ist eine alte Hausrind-Rasse, die aus dem Südschwarzwald stammt und als besonders vital und langlebig gilt. Das Vorderwälder Rind ist mit bis zu 145 cm Schulterhöhe etwas größer und hat ein weiteres Verbreitungsgebiet im Südschwarzwald als das Hinterwälder Rind.

Hinterwälder Rind

Zwei Hinterwälder Rinder

Das Hinterwälder Rind, auch "Hinterwälder" genannt, ist das kleinste Rind Mitteleuropas und kommt ursprünglich nur im kargen Hochschwarzwald vor. Es ist zwar weniger leistungsstark, aber genügsamer und robuster als andere Rinder­rassen. Das Hinterwälder Rind ist heute ein wichtiger und unerlässlicher Helfer bei der Offenhaltung der Landschaft im Südschwarzwald mit seinem harten Klima und schwierigen Gelände.